Ganz gleich, was ich mit einem Menschen erlebe und ob es das ist, was ich mir wünsche:
Dieser Mensch ist ein Geschenk. Er ist hier, um mir etwas zu zeigen. Er ist ein Lehrer. Er erteilt Lektionen, die ich sonst möglicherweise nie lernen würde. Er ist nicht zufällig in mein Leben gekommen sondern ist hier, um mich weiter zu bringen – wenn ich es zulasse.

Jeder Mensch, der mir begegnet, ist ein Geschenk.
Jeder?
Ja, jeder.
Auch jemand, der mich verletzt? Der mir weh tut? Der mein Vertrauen missbraucht?
Ja, auch der. Denn durch den kannst du viel Wertvolles über dich lernen. Schau nur hin.
Spiegel
Jeder Mensch ist ein Spiegel meiner selbst und zeigt mir auf, wo ich stehe. Er kann mich an eine frühere Version von mir erinnern, aus der ich bereits heraus gewachsen bin (- und mir so meine Fortschritte bewusst machen), er kann mir aktuelle Anteile spiegeln, die ich an mir mag oder noch verbessern möchte (- und so einen wertvollen Beitrag zu meiner Entwicklung leisten) oder er zeigt mir Qualitäten auf, die ich noch nicht habe aber gerne entwickeln möchte (- und hat so Vorbildwirkung).
Selbstwert
Jeder Spiegel animiert uns zu einer Innenschau:
- Was brauche ich gerade?
- Was fehlt mir?
- Wie gut achte ich auf mich und mein Wohl?
- Wie selbstsicher bin ich wirklich?
- Wie kompromisslos traue ich mich, für mich einzustehen?
- Habe ich meine Grenzen klar und traue ich mich, diese zu kommunizieren und einzuhalten?
- u.s.w.
Nicht persönlich nehmen
Zugegeben: Es fällt mir immer noch schwer, gewisse Handlungen und Entscheidungen meiner Mitmenschen nicht persönlich zu nehmen. Vor allem dann, wenn ich emotional stark involviert bin. Vor nicht allzu langer Zeit beschloss ein Mensch, der mir sehr ans Herz gewachsen war, in seinen altvertrauten Verhaltensmustern (und somit in seiner Komfortzone) zu bleiben, anstatt sich auf eine Liebes-Beziehung mit mir einzulassen. Das tat weh. Sehr weh.

Durch den Schmerz
Anders als ich es früher gemacht hätte, lenkte ich mich nicht mit allerhand Aktivitäten ab sondern begab mich in die Stille. Ich reduzierte berufliche Verpflichtungen, wurde Pflegemama für eine kleine Hündin aus dem Tierheim und verbrachte den Großteil meiner Zeit mit ihr in der Natur. Da es rund um mich leise war, konnte ich meine Gefühle und Gedanken besser hören. Ich tauchte in die Tiefe, stellte mir viele Fragen und lauschte mutig den Antworten.
In die Welt
Schritt für Schritt evaluierte ich die Ereignisse und die damit verbundenen Lektionen und Botschaften für mich. Mein (Selbst-)Bewusstsein, mein Selbstwert und meine Selbstliebe wuchsen und ich wurde sukzessive zu einer noch stärkeren, selbstsichereren und lebensfroheren Frau. Meine Erkenntnisse und mein erweitertes Wissen dienten als Stoff für viele verbindende, nährende und bereichernde Gespräche mit FreundInnen und KundInnen. Meine innere Haltung wirkte wie ein Magnet auf jene Menschen, Qualitäten und Projekte, die ich in meinem Leben haben wollte – sowohl beruflich, als auch privat. Die Welt lag mir zu Füßen und ich umarmte sie voller Freude.
Der Mensch, der mir das Herz gebrochen hatte, stellte sich als mein größtes Geschenk heraus.
Kurz gesagt:
Jeder Mensch, dem wir begegnen, ist ein Spiegel für unser vergangenes, aktuelles und zukünftiges Selbst. Was wir mit den Informationen machen, die wir in diesem Spiegel sehen, definiert unser Leben.
Wir haben die Wahl.

Ein besonderer Dank gilt meiner Freundin und Yoga-Lehrerin Rani Gindl, die den Anstoß zu diesem Beitrag gegeben hat und meiner Pflegehündin Maggie – die beste Prozessbegleiterin, die ich je hatte.

D A N K E für diese Gedanken – und dich!! —– Ursprüngliche Nachricht —–
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Lieber Heinz!
Danke für deine Wertschätzung! Ich freue mich, wenn ich einen Beitrag leisten kann 🙂
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