Wenn wir unsere Standards herab setzen und nicht für das einstehen, was wir wollen, können wir nie wirklich zufrieden sein.

Viel zu oft finden wir uns in Beziehungen mit Menschen wieder, die eigentlich gar nicht zu uns passen. Sie sind nicht auf unserer Wellenlänge, nicht auf unserer emotionalen Entwicklungsstufe und erfüllen nicht die Kriterien, die uns wichtig für eine Partnerschaft sind. Sie waren “gerade da” und dann “hat es sich so ergeben”. Selbst wenn wir ehrlicherweise von Anfang an wussten, oder recht schnell gemerkt haben, dass wir nicht wirklich gut zueinander passen, haben wir unsere Intuition zur Seite geschoben und sind geblieben.
In so einer Art von Beziehung fühlen wir uns schnell ausgelaugt, müde und gereizt. Wir fühlen uns nicht gehört, gesehen oder verstanden und sind letztlich einsam, weil die Art der Verbindung, die wir uns wünschen, nicht möglich ist – egal, wie sehr sich beide bemühen. Wir sind nicht mit Leichtigkeit und Freude in Verbindung, sondern spüren andauernd eine Dysbalance, einen unangenehmen Druck, ein Gefühl der Enge. Schnell wird aus dem anfänglichen Liebestaumel eine Abwärtsspirale an Kritik, Anschuldigungen und Frustration. Wir beginnen, einander dafür zu hassen, dass die jeweils andere Person nicht so ist, wie wir wollen.
Natürlich kann man aneinander wachsen und voneinander lernen. Natürlich sind Unterschiede gut und wichtig. Natürlich kann man mit authentischer Kommunikation ein gutes Gespann werden – Wenn die Basis passt. Passt die Basis nicht, sind wir am besten Weg, uns selbst und unsere Mitmenschen unglücklich zu machen.
Unsere Standards hoch zu halten, kann beängstigend sein.
Es bedeutet nämlich, dass wir das Alleinsein aushalten müssen. Wer wählerisch ist, hat logischerweise weniger Auswahl; und genau deshalb tappen wir immer wieder in die Falle des Standard-Herabsetzens: Wir wollen nicht alleine sein und nehmen uns daher lieber irgendwen oder irgendeine. Dass uns das glücklich macht, ist eine Lüge, die wir uns selbst gern erzählen. Kurzzeitig lenkt uns die Verbindung mit einer Person, die nicht zu uns passt, mit Sicherheit ab. Aber warum wollen wir uns ablenken? Wovon lenken wir uns ab? Am Ende sind wir doch nur wieder allein – mit uns selbst.
Da ist es doch besser, wir lernen, gern allein zu sein. Wenn wir´s mit uns selbst nicht nur gut aushalten, sondern die Allein-Zeit sogar so richtig genießen, dann macht uns das nämlich ungemein frei.
Hören wir also auf, uns von uns selbst abzulenken und schauen wir stattdessen genau hin, was da bei uns und in uns los ist. Kommen wir uns lieber zuerst selbst näher, bevor wir der nächsten Person nahe kommen.
No one can love me the way I can.
– Olivia Dean
